Update Januar 20, 2014
Am Januar 2014 erhielt ich die traurige Nachricht, dass Werner Peter letzten Jahr verstorben ist. Am 5. Juni 2013.
Diese Seite ist in Erinnerung an all seine Bemühungen um die natürlichen Rötel Steine abzubauen und zu veröffentlichen.
Jaap den Hollander



Rote Naturkreide/ Theleyer Rötel

"Werner PETER und "Theleyer Rötel" (Sept. 2011)

(Fotos: Werner Peter u.a., Zeichnung: Jaap den Hollander)

***24 Juli 2011:  Sonder-Ausstellung  "Rötelsteine aus dem St. Wendeler Land - Theleyer Rötelsteine"***

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Werner Peter, tekening (16x 12cm.) in Rötel door Jaap den Hollander (29 jan. 2011)Hard stuk Rötelsteen uit Theley (foto: Jaap den Hollander)

"Über Jahrhunderte grub man in meinem Heimatdorf   Theley  nach diesem Mineral und trieb in ganz Europa Handel damit. Holland  (z.B. : Zaandam, 3000 kg. in 1904)) war eines der wichtigsten Länder. Es gibt Dokumente aus dem 18. Jahrhundert, die darüber berichten, dass Rötel mit Fuhrwerken bis nach Leiwen an der Mosel verbracht, dann auf Schiffe verladen worden ist, die nach Holland fuhren. 
Es gab aus dem Saarland auch Handel mit Frankreich (Lyon, Marseille) und via Hamburg mit der ganzen Welt.

Seit dem Jahre 1938 wurde kein Rötelhandel mehr betrieben, weil die Nachfrage zu gering war. Die Spuren vom ehemaligen Rötelabbau sind hier in Form von Gruben in der Landschaft noch erhalten geblieben. Theleyer Rötel war einmal sehr begehrt, weil qualitativ wertvoll. Das "Theleyer Rot" ist ein Begriff.

Meine Heimat ist geologisch gesehen, sehr interessant. Es gibt hier viele Amateur-Mineraliensammler, die sich aber alle auf Halbedelsteine wie Jaspis, Achate, versteinertes Holz usw. spezialisiert haben.

Ich bin hier der einzige Mineraliensammler, der sich  n u r  auf Rötel spezialisiert hat. In über drei Jahrzehnten meiner Sammlertätigkeit habe ich eine stattliche Sammlung Theleyer Rötelsteine zusammentragen können. Es gibt Leute, die behaupten, ich sei geradezu besessen von diesem Mineral.


Werner Peter neben sein Minerialien (1991)
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, dem hier fast in Vergessenheit geratenen Mineral, das früher einmal eine nicht unbedeutende wirtschaftliche Rolle spielte, wenigstens den ideellen Stellenwert zu verschaffen, der ihm zukommt. Die Farbpalette reicht von violett bis braun und braun-rot.

Ich schneide Stifte zu mit einer gewöhnlichen Säge oder auch Eisensäge, wie man sie in jedem Baumarkt kaufen kann. Allerdings ist das Sägeblatt schon nach wenigen Schnitten unbrauchbar. Es gehört auch sehr viel Geschick dazu, um zu verhindern, dass die Stifte zerbrechen. Auch dies ist mit sehr viel Arbeit verbunden.  Ich habe auch schon künstliche Stifte angefertigt. Hierzu habe ich Rötelpulver mit wenig Wasser zu einem Teig gemacht und dann getrocknet.  Allerdings sind diese Stifte sehr zerbrechlich, es müsste wohl ein Bindematerial dem Teig zugesetzt werden, damit die Stifte später stabil sind. Auch mit diesem Pulver läßt es sich schön malen. Man taucht einen feuchten Pinsel ins Rötelpulver und malt dann. Sie werden erstaut sein, wie ergiebig diese Farbe ist.

Wenn man die Steine aus dem Boden gräbt, sehen diese nicht so aus wie auf dem Foto. Sie sind mit Erdanhaftungen beschmutzt, sodass jemand der sich nicht auskennt, nicht gleich erkennt, dass es sich hier um Rötelsteine handelt. Also müssen die Rötelsteine zuerst von den Erdanhaftungen befreit werden. Ich mache dies mit einer Schrubberbürste, das ist eine Bürste, die man zum Reinigen der Fußböden benutzt.  Da Rötel guter Qualität fetthaltig ist, glänzt dieser sofort nach dem "Bürsten" oder Reiben mit Tuch.
Habe riesige Mengen an winzigen Rötelstücken, die sich aber zu Stiften nicht eignen. Ich möchte diese zu Rötel-Pulver verarbeiten.





Werner Peter auf der Suche nach Rötelsteinen (Herbst 1990) Fündig geworden
 

In letzter Zeit aber interessiert man sich wieder für das Mineral, aber niemand weiß, wo man es graben kann. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich jemand diese Arbeit macht.
Sie ist extrem schmutzig und dazu auch noch gefährlich.

Rötelbrocken

Die dunkle Rötelfarbe des Theleyer Rötels ist identisch mit den Farben antiker Meister (Michelangelo pp) wie ich sie in Italien öfters sehen konnte.
  Es gibt auch Unterschiede in der Härte der Stifte. Ich habe in meiner Sammlung sowohl harte als auch weiche Stifte. Fast jede Rötelknolle ist anders. Natürlich müssen diese Stifte noch entsprechend angespitzt werden.  Ich benutze hierzu ein Stück Schleif- oder Sandpapier, halte den Stift in entsprechendem Winkel und schleife mir die Spitze entsprechend zurecht.  Das hierbei anfallende Pulver kann ebenfalls noch benutzt werden.  Auf gar keinen Fall benutze ich hierzu ein Messer! 
Da sich ein Naturkreidestift beim Zeichnen auf Papier kaum abnutzt, hat man jahrelang Freude damit."



Theleyer Rötel in die Zeitung
Lassen wir speziell zu den  Rötelvorkommen bei Theley und zur Tradition der Rötelgewinnung um Theley herum Herrn Werner PETER, einen Theleyer Bürger zum Abschluss zu Wort kommen.
Sein Bericht erschien 1989 in der Saarbrücker Zeitung:
Saarbrücker Zeitung, Nr. 136 - Donnerstag, 15.06.1989: 14:

"Kein Bauernhaus ohne ein Stück Rötel. Kostbares Gut in Theleyer Erde: "Roedelsgruben" schon 1585 urkundlich erwähnt. Wer von Theley kommend gleich hinter der Johann Adams-
Mühle die nördlich des Mandelbachtales gelegenen Wälder durchwandert, gewinnt wegen der vielen Löcher an der Erdoberfläche den Eindruck, er befinde sich unmitten eines Feldes voller Bombentrichter. Ortskundige wissen jedoch, dass es sich hier lediglich um Pingen handelt, wie die durch Einsturz alter Grubenbaue entstandenen trichterförmigen Vertiefungen an der Erdoberfläche genannt werden, welche noch heute vom ehemaligen Rötelabbau im grössten saarländichen Röteldistrikt künden.

Johann Adams-Mühle in Theley


Obwohl Theley auf insgesamt drei Rötelabbaugebiete innerhalb seiner Banngrenzen verweisen kann, sind lediglich im Dreieck Johann Adams-Mühle, Hof Imsbach und Selbach die Spuren des Rötelabbaus noch deutlich erhalten geblieben". 

Soweit die Auskunft von Werner PETER über die Rötelsteine aus Theley.

Siehe über Theleyer Rötel auch:
http://rosemariepfortner.npage.de/  & Rosemarie Pfortner: Maltechniken   
http://www.art-absurdum.at/Roetel_Theley.html


Werner Peter und Ehefrau
(Photo: Th. Störmer)
Werner PETER (hier mit Ehefrau) bei der Präsentation von Exponaten aus seiner Sammlung:
Theleyer Rötelsteine
während der Ausstellung RÖTEL IN DER KUNST im Juli 2010 in St. Wendel/Saarland


Pingen im Winter     Pingen im Winter 2
Ein altes Rötelabbaugebiet in Theley; die Pingen sind noch gut erhalten.  (Photo:  Werner PETER, April 2011)



24 Juli 2011:  Sonder-Ausstellung  "Rötelsteine aus dem St. Wendeler Land - Theleyer Rötelsteine"
Es gab Berichte in den folgenden Zeitungen: Wochenspiegelonline (lokalen Archiv PDF)  <Falls erforderlich, wiederholen beim Öffnen der Datei - Saarbrücker Zeitung   und - Kulani.  

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Vor dem Öffnen der Tür: Alles ist auf seinem Platz.
Jetzt kann das Publikum kommen.

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Rötel in einer Qualität, wie sie noch niemals gezeigt worden ist.
1
Nach Eröffnung der Sonder-Ausstellung "Rötelsteine aus dem
St. Wendeler Land - Theleyer Rötelsteine":  Die ersten drei
Besucher haben sich eingefunden.

2
"Wohl dem, der einen Rötelstein besitzt..." Man kann ihn zum
Zeichnen, zur Farbherstellung und sogar zu medizinischen
Zwecken benutzen.

4
Ein Tisch zum Probieren, was man mit Rötel so alles machen
kann. Neben Zeichnen mit Stiften, macht die Laviertechnik
ebenso großen Spaß.


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Rechts unten auf dem Tisch: Ein Brett, welches mit Theleyer
Rötelfarbe angestrichen wurde.

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Selbst Renate Peter, die ihrem Manne zur Seite stand, mußte
interessierten Besuchern Erklärungen abgeben.

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Im Fachgespräch.
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Die Brekzie: Ein Gestein, das aus Gesteinstrümmern eckiger
Form besteht, welche in feinkörniger Grund-masse liegen
(hier u.a. mit Röteltrümmern)

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Schätze aus dem Verborgenen der Erde.
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Da staunte der Fachmann und der Laie wunderte sich über die
Einzigartigkeit dieser über Jahrzehnte zusammengetragenen
Rötelsteinsammlung.
Sie ist eben einzigartig!
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Rötelstein: 26 kg
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Theleyer Natur-Rötelstifte sind und waren schon immer sehr
begehrt.

Text: Werner Peter

Bearbeitung: Jaap den Hollander
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