This is not the original article. The original was once on the web, but for some reason taken
off. Because I believe that any article about cycling in Iceland is worthwhile, I saved
a copy and publish a slightly edited version here. If you are the owner and don't want
this, then please contact me. I will remove
it right away.
- Author : Christoph Mettke and Marcus Pabsch
- Original URL : http://privat.schlund.de/m/mpabsch/
- Available at www.archive.org :
Yes
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Im August 1996 sind wir nach Island gefahren, um ein europäisches
Land mit jüngster geologischer Vergangenheit, einer reizoll anderen
Flora und Fauna, einem rauhen Klima und netten Bewohnern kennenzulernen.
Wir wollten die enge Verbindung von Feuer, Wasser und Erde möglichst
nah erleben.
Wir, das sind Christoph Mettke und Marcus Pabsch
Dazu haben wir das Fahrrad als Verkehrsmittel gewählt, weil es
uns riesigen Spaß macht, längere Radtouren zu unternehmen und
weil wir der Meinung sind, daß sich auf diese Weise die jeweilige
Umgebung am besten wahrnehmen, erleben läßt.
Wir wünschen allen Interessierten viel Spaß und freuen uns natürlich
über Hinweise, Anmerkungen oder Kritik.
Beachte:
Dieser Tagebuchbericht erhebt nicht den Anspruch eines Reiseführers,
es sind lediglich die gesammelten ganz persönlichen Eindrücke
einer sehr naturnahen Reise durch ein wunderschönes Land dieser
Erde.
Copyright 1997 by Marcus Pabsch
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Freitag, 2. August 1996
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- Abflugtag -
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| Etappendaten: |
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Km
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5,9
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Fahrzeit (Std)
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0:19
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Um 12.15 Uhr sind die Räder und wir im Sharan von Peter Hoppmann
verstaut und wir starten zum Flughafen nach Hamburg. Auf den Autobahnen
ist viel Verkehr, so daß wir in Hamburg einen Stau durch Nebenstraßen
zu umgehen versuchen. Diese Entscheidung bringt dann aber auch
nicht den erwarteten Zeitvorteil, so daß wir zwar noch pünktlich
am Flughafen ankommen, das lockere Spazieren über die Shoppingmeile
jedoch etwas kürzer ausfällt. Der Check-In ist kein Problem. Zum
einen ist die in Kooperation mit Icelandair arbeitende Angestellte
der Lufthansa sehr nett, zum anderen werden unsere Fahrräder nicht gewogen!
Um 17.30 hebt unsere Maschine (Boeing 737-400) bei guter Sicht
vom Hamburger Boden ab. Es gibt einen kleinen Snack, bevor wir
um 18.10 bereits wieder Boden unter uns haben - Zwischenlandung
in Kopenhagen. Der Flughafen ist sehr groß und hat eine riesige
Shoppingmeile im duty-free-Bereich. Um 19.30 heißt es schließlich
nach Island mit guter Sicht und etwas Hunger im Bauch aufzubrechen.
Der Steigflug ist noch nicht ganz abgeschlossen, da gibt es auch
schon eine leckere Hähnchenkeule mit Möhren, Reis, Bohnen, Pastete,
Brötchen und Apfelkuchen. Nach dem Essen dösen wir etwas über
dem Nordatlantik, werden jedoch bald wieder hellwach, als wir
die Küstenlinie von unserem Urlaubsziel erreichen. Durch die löchrigen
Wolken haben wir eine herrliche Aussicht auf den Vatnajökull,
den Skeitharasandur, Eisberge und beeindruckende Flußläufe. Um 20.40 Uhr Ortszeit
landen wir fast pünktlich auf dem internationalen Flughafen in
Keflavik.
Nach den ersten Schritten auf Island fühlen wir uns gleich sehr
wohl. Der Flughafen ist recht klein und sehr gemütlich, die Leute
sind sehr nett und freundlich. Wir können die Kartons unserer
Fahrräder am Gepäckservice lassen (leider ohne Garantie über das
Vorhandensein beim Rückflug) und erhalten auch Tips, wie wir den
Campingplatz erreichen. Nach dem Montieren der Fahrräder und dem
Packen der Taschen geht's um 20.00 Uhr in Richtung Zeltplatz.
Dieser Zeltplatz ist recht gut, mit Aufenthaltsraum, Küche, Wiese
und Büschen zum Windschutz. Beim Zeltaufbau ist es windstill und
Trocken, später in der Nacht kommen Regen und Wind auf.
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Samstag, 3. August 1996
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- Keflavik - Pingvellir -
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| Etappendaten: |
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Km
|
98,5
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Fahrzeit (Std)
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5:05
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
19,3
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Maximalgeschwindigkeit
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52,1
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Nach dem ersten Einkaufen (der Supermarkt öffnet um 10.00) brechen
wir um 12.15 in Richtung Reykjavik auf. Die Straße ist sehr gut
(Asphalt) und etwas hügelig. Bei relativ gutem Wetter ( teilweise
kommt die Sonne raus) geht es durch Lavafelder und an vielen Vororten
vorbei zur nördlichsten Hauptstadt der Welt. Je näher wir der
Innenstadt kommen, desto breiter werden die Straßen (teilweise
sechsspurig) und dichter der Verkehr (nervt etwas). Nach rund
50 Kilometern erreichen wir die Innenstadt. Wir schauen uns dort
ein bißchen um und machen die erste Bekanntschaft mit den leckeren
und üppigen Snuthurs (große Schnecken vom Bäcker).
Nach der Stärkung brechen wir bei zunehmend schlechtem Wetter
wieder auf, um die Hektik der relativ großen Stadt möglichst schnell
hinter uns lassen zu können. Ich sehne mich nach etwas ruhigeren
Orten. Zunächst ist der Verkehr auf der Ringstraße noch sehr stark,
aber mit Hilfe eines Rückenwindes (heftiger Regen inklusive) sind
wir bald am Abzweig nach Thingvellir (rund 5 Km nach Mosfellbaer).
Die Straße ist immer noch recht gut und asphaltiert, jedoch geht
es nun deutlicher bergan. Die Landschaft, die wir durchfahren
ist sehr grün. Saftige Wiesen mit einigen Pferden säumen die Straße.
Wind und Regen nehmen weiter zu (Man kann es auch als "leichten"
Sturm bezeichnen). Beides kommt glücklicherweise schräg von hinten,
so daß es uns die Hügel mit Geschwindigkeiten um 35 km/h die Hügel
"hinaufbläst". Auf geraden Streckenabschnitten und bergab müssen
wir bremsen, um nicht die Kontrolle auf der nassen Fahrbahn zu
verlieren. Plötzlich kommt der Thingvalavatn ins Blickfeld und
wenig später erreichen wir die Almanngja. Sie vermittelt uns einen ersten, sehr einprägenden Eindruck
vom Auseinanderdriften der Kontinentalplatten. Vom Einstieg in
die Schlucht können wir einen grandiosen Ausblick über den Thingvalavatn
und den Nationalpark Pingvellir genießen.
Der Zeltplatz liegt relativ windgeschützt, warten allerdings lediglich
mit einem Toilettenhäuschen auf.
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Sonntag, 4. August 1996
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- Pingvellir - Gullfoss -
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| Etappendaten: |
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Km
|
79,2
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Fahrzeit (Std)
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5:19
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
14,9
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Maximalgeschwindigkeit
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41,4
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Zunächst geht es vorbei an bis zu 20 Meter breiten und 100 Meter
langen Rissen und Spalten in der Erde durch das Tal zwischen europäischer
und amerikanischer Kontinentalplatte und auf der Thingvellir gegenüberliegenden
Seite hinauf aus dem Tal heraus. Dabei bieten sich immer wieder
herrliche Aussichten zurück zur Almanngja und den Thingvallavatn.
Das Wetter ist relativ gut, die Wolken reißen oft auf und der
Wind schiebt uns von schräg hinten kommend etwas den Berg hinauf.
Nach sechs Kilometern verlassen wir die asphaltierte Straße und
biegen nach links auf eine recht sandige Schotterpiste und Richtung
Laugarvatn ab.
Das Fahren auf dem sandigen Untergrund ist mühselig, so daß wir
nur mit geringer Geschwindigkeit vorankommen. Nachdem wir ein
weites Tal und einen weiteren kleinen Anstieg passiert haben geht
es zum Laugarvatn hinab. An der Tankstelle in der kleinen Ortschaft
Laugarvatn am See stillen wir unseren mittäglichen Hunger mit
Brot und Snuthurs. Wir versorgen uns mit Vorräten für die nächsten
Tage, denn dies ist die vorletzte Einkaufsmöglichkeit vor unserer
Hochlandüberquerung (letzte ist am Geysir, teuer), so daß wir
erst auf der anderen Seite der Insel wieder die Möglichkeit zum
Einkaufen haben werden.
Weiter geht es fast eben an grünen Tälern und Ferienhäusern, umringt
von ein paar Bäumen (!!!), vorbei auf überwiegend asphaltierter
Straße in Richtung der Geysire. Immer wieder unterbrechen einige
Kilometer Schotter die komfortable Asphaltdecke. Nach einigen
Kilometern und Biegungen sehen wir schon von weitem die Fontäne
des Strokkur emporschießen. Wir schauen uns das beeindruckende, pulsierende
Naturschauspiel aus der Nähe an und radeln dann weiter zum nächsten
"Highlight" dieser Etappe; dem Gullfoss, der sich durch seine aufsteigende Gischt und sein Getöse ebenfalls
bereits frühzeitig ankündigt. Das Wetter ist mittlerweile immer
besser geworden, so daß wir einige schöne Fotos vom gewaltigen
und sehr schönen Wasserfall aufnehmen können.
Leider ist das Zelten in der Nähe des Gullfoss verboten, so daß
wir vor der Entscheidung stehen zu einem Zeltplatz zwei Kilometer
zurückzufahren oder in Richtung der Kjölur aufzubrechen und auf
eine geeignete Stelle zu hoffen. Wir entscheiden uns für die progressive
Variante, füllen unsere Wassersäcke und brechen ins Hochland auf.
Bereits wenige Kilometer hinter dem Gullfoss ändert die Landschaft
ihr "Gesicht", das Gras, das bislang stetig den Wegesrand säumte
und die Insel immer sehr grün und bewachsen erscheinen ließ, wird
von nackten Steinen, etwas Moos und einigen sehr kleinen Pflanzen
abgelöst. Wir finden lange keinen geeigneten Zeltplatz, bis wir
auf den Gletscherfluß Sandá stoßen, an dessen Ufer wir in der
Nähe einer " Fishing-Lodgia " einen schönen windgeschützten Platz für unser Zelt ausmachen.
Der herrliche Tag geht mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und einer kräftigen Portion Spaghetti zu Ende.
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Montag, 5. August 1996
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- Gullfoss - Hvitarvatn -
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| Etappendaten: |
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Km
|
27,6
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Fahrzeit (Std)
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3:21
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
8,2
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Maximalgeschwindigkeit
|
25,7
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Bereits als wir das Zelt abbauen beginnt es zu regnen. In der
folgenden Stunde frischen Wind und Regen immer weiter auf, so
daß wir bereits nach einer 2,5 Kilometer "langen" Tortur gegen
Wind und Regen (bei einer nur leichten Steigung ist im kleinsten
Gang kein Vorwärtskommen möglich, 5 Km/h) den Entschluß fassen,
umzukehren und in der Nähe der Hütte das Zelt erneut aufzuschlagen.
An der Hütte angekommen werden wir von mehreren Isländern nachdrücklich
dazu aufgefordert, doch in die trockene Hütte zukommen. Angesichts
der Wetterlage eine sehr willkommene Einladung.
Die acht Isländer sind mit ihren 64 Islandponys auf einer Urlaubsreise
über ihre Insel. Sie sind bei diesem Wetter erst gar nicht aufgebrochen,
sondern haben es sich bei mehreren Bechern "Wiking-Water" (ein
selbst hergestelltes hochprozentiges Getränk aus 2 Liter Cola-Flaschen),
selbstgeräuchertem Schinken vom Schaf und in einer Milchtüte geothermal
gebackenem Brot recht gemütlich gemacht. Wir bekommen gleich zur
Begrüßung eine milde Version des Getränks (ein Tropfen Cola ist
beigefügt) in die Hand gedrückt und kommen schnell über unsere
weiteren Reisepläne und das Leben der Isländer in dieser doch
recht rauhen Natur ins Gespräch. Sie sind trotz des alkoholisierten
Zustands (11 Uhr Vormittag) sehr nett und es macht Spaß mit ihnen
zu plaudern. Besonders lustig wird es noch als ein Bus mit schweizer
Touristen eintrifft, die in zwei Etappen eine "Brotzeit" in der
Hütte abhalten. Wir fühlen uns in dieser Situation eigentlich
eher den Isländern verbunden, reisen wir doch auf eine sehr ähnliche,
naturverbundene und den Naturgewalten unmittelbar ausgelieferte
Art über die Insel und nicht im bequemen Reisebus.
Nach einigen Liedern (es gab einen regelrechten Gesangswettbewerb
zwischen den Isländern und den Schweizern) und einigen "Kämpfen" mit Schwert und Schild unternehmen wir am frühen Nachmittag
einen weiteren Anlauf. Zumindest der Regen hatte aufgehört, so
daß wir "lediglich" gegen den Wind anzukämpfen hatten. Dieser
tat sich nach einigen Kilometern mit der zunehmenden Steigung
zu einer ziemlich brutalen Mischung zusammen, die uns beide dann
auch plötzlich und gleichzeitig umwarf. Im kleinsten Gang "drücken"
wir uns die Berge mühselig hoch und "drücken" (!!!) uns mit 11 Km/h die wenigen
Abfahrten hinunter (das ist schon sehr demotivierend). Wenig später
kommt uns jedoch ein Radfahrer entgegen und bringt uns die frohe
Kunde von der nahen Kuppe der Strecke mit. Dort angekommen bin
ich auch am Ende meiner Kräfte und sinke an Pistenrand nieder.
Ein fetter Kuchen bringt mich wieder auf die Beine und wir radeln
hinab zum Hvitarvatn, unserem korrigierten Etappenziel. Dieser
Gletschersee liegt am Fuß des Langjökull und ab und zu schwimmen
Eisberge auf ihm. Wir zelten windgeschützt direkt neben der Schutzhütte,
obwohl der Wind bereits nachgelassen hat. Nach einer reichhaltigen
Portion leckerer Reispfanne kommen Wärme und Lebenskraft auch
in meinen Körper zurück.
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Dienstag, 6. August 1996
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- Hvitarvatn - Blöndulon -
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| Etappendaten: |
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Km
|
97,2
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Fahrzeit (Std)
|
7:31
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
12,9
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|
Maximalgeschwindigkeit
|
30,2
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Der Morgen begrüßt uns mit bedecktem Himmel, aber es ist absolut
windstill!!! So machen wir uns gut gelaunt auf den Weg durchs
Hochland. Zu unserer Linken eröffnet sich immer wieder ein schöner
Blick auf den Langjökull und auf der rechten Seite kommt bald
der Hofsjökull hinzu. Nach einigen Kilometer und einigen Hügeln
erreichen wir den höchsten Punkt der Hochlandroute. Der sehr geringe
Verkehr und die Windstille verdeutlichen uns die Abgeschiedenheit
dieser Gegend auf eindrucksvolle Weise. Es ist ein wunderbares,
ja fast beängstigendes Naturerlebnis, wenn man anhält und der
Geräuschpegel auf absolut null absinkt.
Die mit jedem Kilometer schlechter werdende Piste (tiefes Wellblech
über die gesamte Fahrbahnbreite) setzt neben unseren Handgelenken
nun auch zunehmend unseren Rädern zu. Das Resultat ist ein Speichenbruch
nach 42,5 Km an Christophs Hinterrad. Dies stellt aber kein größeres
Problem dar, nach rund 10 Minuten Reparatur können wir die Fahrt
fortsetzen. Nach etwa 64 Km erreichen wir das Thermalgebiet Hveravellir
um 15:45 Uhr. Hier brodelt und raucht es aus mehreren Löchern.
Um die heißen Quellen und Fumarolen gesellen sich ein paar Hütten und ein Zeltplatz. Der kleine warme
Bach ist an einer Stelle zu einem kleine "Pool" aufgestaut. Wir nutzen natürlich die Gelegenheit und tauchen
unsere müden, angespannten Muskeln in das mit ca. 45 Grad C. sehr
angenehm heiße Wasser. Die Temperatur läßt sich dabei durch separate
Zuläufe von heißem und kaltem Wasser individuell regulieren (auf
andere Badende sei dabei allerdings Rücksicht genommen!!). Richtig
gut entspannt, erholt und aufgeheizt macht uns sogar das anschließende
Umziehen in der 8 Grad C. "warmen" Luft nichts aus. Ermuntert
von dem herrlichen Bad und dem stetig besser werdenden Wetter
beschließen wir, unser Zelt nicht in die vielen, bereits vorhandenen
einzureihen, sondern die Fahrt in Richtung Blöndulon-See wieder
aufzunehmen.
Nach 5 Km Hochlandpiste kommt zunächst eine Ernüchterung, mein
Lowrider fängt an zu klappern: Der teure High-Tech-Gepäckträger
ist gebrochen!!! Und dies an einer Stelle, an der auch unsere
mitgeführten Schlauchschellen keine Dienste leisten können. So
bleibt mir nichts anderes übrig, als meine alte Ortlieb-Packtasche
an Christophs Trägersystem für neuere Modelle irgendwie zu befestigen
und auf den Rücken zu schnallen. Immerhin können wir, wenn auch
recht unkomfortabel unsere Fahrt fortsetzen.
Das Grün kehrt ins Landschaftsbild zurück und später säumt auch
wieder saftiges Gras den Wegesrand. Es ist ein wenig hügelig mit
sehr flachen weiten Tälern. Wir überqueren mehrere Flüsse auf
Brücken, bei denen unser Reiseführer noch das Furten vorgesehen
hatte. Wir nehmen dies mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis, zum
einen kommen wir dadurch schnell und trockenen Fußes voran, zum
anderen werden wir die Inselüberquerung ohne das "Abenteuer" des
Flußquerens hinter uns lassen.
Am Blöndulon angekommen bemerken wir eine Nachlässigkeit: Wir
hatten es aufgrund des bislang überall in bester Qualität reichlich
vorhandenen Wassers versäumt, rechtzeitig Wassersäcke und flaschen
zu füllen. Nun stehen wir vor einem riesigen Stausee, der aber
nicht ganz gefüllt ist und von einem breiten, undurchdringlichen
Schilfgürtel umringt ist. Das fade Wasser zwischen dem Schilf
macht leider keinen sehr vertrauenerweckenden Eindruck, so daß
wir uns entschließen noch weiter zufahren, in der Hoffnung einen
besseren Zugang zum See zu erreichen. Nach einiger Zeit machen
wir eine Hütte aus, in deren Windschatten wir für 450 Kr. unser
Zelt aufschlagen. Dafür gibt es sauberes Wasser und sanitäre Anlagen.
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Mittwoch, 7. August 1996
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- Blöndulon - Varmalid -
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| Etappendaten: |
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Km
|
75,2
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Fahrzeit (Std)
|
4:07
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
18,2
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Maximalgeschwindigkeit
|
52,1
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Dieser Tag beginnt ziemlich regnerisch. Aber diesmal ist das Wetter
wieder gerecht: Wir werden auf unserem Weg zur Nordküste einen
starken Rückenwind haben. Doch zuvor bemerken wir beim Bepacken
der Räder, daß Christophs (wasserdichte) Packtasche durchgescheuert
ist. Sein Gepäckträger muß bereits gestern unbemerkt abgebrochen
sein, so daß sich die Tasche an der offenen Bruchstelle aufgescheuert
hat. Das Martyrium der Wellblechpiste hatte am gestrigen Tag offensichtlich
zwei Opfer gefunden. Nach längerem Probieren und Basteln bekommen
wir seine Tasche am übrig gebliebenen Teil des Trägers befestigt,
ich nehme meine Tasche wieder auf den Rücken.
Der Regen hat inzwischen weiter zugenommen, aber der Rückenwind,
die immer besser werdende "Straße" und das stetige Gefälle wirken
sich positiv auf unsere Stimmung aus. Wir verlassen den Stausee
und rollen ins immer grüner werdende Tal hinab. Innerhalb kurzer
Zeit ändert sich das Landschaftsbild erneut vollständig. Relativ
viele einzelne Gehöfte säumen das Tal, Heu wird gerade eingefahren,
das rauhe Hochland liegt hinter uns.
Wenige Kilometer bevor wir auf die Ringstraße treffen, wandelt
sich der Untergrund der Straße (F37) von feinem Schotter in lehmigen
Dreck, so daß wir rein optisch nach einer heftigen Hochlandüberquerung
aussehen als wir die Ringstraße nach rund 50 Km um 15:45 erreichen.
Die nächste Steigung fordert ihren Tribut von Christophs Hinterrad: 2. Speichenbruch
(wieder die Zahnkranzseite). Nach dem Anstieg geht's mehrere Kilometer
bergab bis zum Etappenziel Varmalid, daß von dieser Anfahrtsrichtung
sehr versteckt hinter einem Hügel liegt. Der Zeltplatz ist recht
komfortabel, liegt sehr windgeschützt zwischen einigen Bäumen
(!!!!) und hat hinter dem Haus zwei Spülbecken mit warmen Wasser.
Das nutzen wir auch gleich, um unser Equipment und die Regensachen
gründlich zu reinigen.
Danach geht's erstmal ins örtliche Freibad (ein schönes und sehr
gepflegtes Bad), um im geothermal auf 31 Grad C. erwärmten Wasser
ausgiebig zu schwimmen. Der Wirlpool heizt uns dann noch so richtig
auf, bevor es in den Supermarkt des 250 Seelen Ortes geht. Von
diesen Öffnungszeiten (bis 23:30) können wir in der Heimat ja
nur Träumen. Wir bekommen alles, was wir brauchen (sogar Babypuder
für meinen wunden Allerwertesten) und füllen unsere, im Hochland
reduzierten, Vorräte wieder auf.
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Donnerstag, 8. August 1996
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- Varmalid - Akureyri -
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| Etappendaten: |
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Km
|
97,7
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Fahrzeit (Std)
|
5:49
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
16,8
|
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Maximalgeschwindigkeit
|
46
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Heute geht es auf der Ringstraße in Richtung Akureyri. Wir holen
noch schnell Geld und Briefmarken von der Postur, um dann unsere
Fahrt an der Vestari-Jökulsa entlang zunächst in Richtung Süden
aufzunehmen. Die Gegend ist von der Landwirtschaft geprägt, verstreute
Gehöfte säumen die Hänge und das Tal macht einen für isländische
Verhältnisse einen sehr fruchtbaren Eindruck. Dem Flußbett ist
leicht zu entnehmen, welche Kräfte die Fluten in der Schneeschmelze
entfalten. Der Verkehr in dieser Ecke des Landes ist selbst auf
seiner Hauptader nicht stärker als auf einer einsamen deutschen
Landstraße am Montagabend.
Nach einigen Kilometern auf flacher Strecke am Fluß entlang biegen
wir nach links in ein anderes Tal und der Anstieg bis zu Paßhöhe
beginnt. Bei leichtem Gegenwind wird das Wetter zunehmend besser
und nach einer Weile kommt die Sonne heraus, so daß wir zum ersten
mal ohne Jacken fahren und die Wärme genießen können. Die umliegenden
Berge gewinnen an Höhe, schneebedeckte Kuppen kommen in Sichtweite.
Bei Km 45 erreichen wir die Paßhöhe und schießen hinab ins Tal
der Öxnadalsá. Wir kommen in dem einsamen Tal (bis 15 Km vor Akureyri
treffen wir auf kein einziges Dorf, lediglich auf ein einzelnes
Gehöft ) trotz des Gegenwindes sehr gut voran.
Ohne erklärbaren Grund kommt es auf der leicht abschüssigen und
asphaltierten Straße zum 3. Speichenbruch an Christophs Hinterrad.
Akureyri kündigt sich dann durch den Eyjafjördur und zunehmenden
Verkehr an. Es ist ein netter Ort, bei dem wir ungeachtet der
eigenwilligen isländischen Architektur bemerken, daß hier mit
intensiver Pflege und mit Liebe zum Detail versucht wird, insbesondere
durch die zahlreichen Bäume einen Gegenpol zur Rauhen Umgebung
zu schaffen. So ist z.B. der Zeltplatz sehr modern und gepflegt.
Unser erster Anlaufpunkt ist jedoch zunächst der einzige Fahrradladen des Nordens. Unsere Gepäckträger sind ja immer noch von den Hochlandpisten
gezeichnet. Die freundlichen Mitarbeiter des Ladens staunen zunächst
nicht schlecht über die Reste unserer Gepäckträger. Neue Träger
in ähnlicher Qualität haben sie nicht, aber sie grübeln sofort
nach, wie man sie am besten reparieren könnte. Wir haben uns auf
den zurückliegenden Kilometern unsere Gedanken gemacht, wie diese
dünnen Rohre am besten zu schweißen, löten oder zu verstärken
sind, so daß wir schnell ins Fachsimpeln geraten.
Mein Lowrider wird schließlich nebenan in einem Kühlgerätebetrieb
gelötet und geschweißt, Christophs erhält eine Verlängerung in
Form eines abgesägten Skistocks (Olympia Oslo 1982)!!! Christoph
füllt noch sein Reservoir an Ersatzspeichen auf (die Statistik
ließ ja nichts Gutes erahnen) und ich bin wirklich froh, die Packtasche
nicht mehr auf dem Rücken tragen zu müssen.
Der Tag neigt sich dann mit herrlichem Sonnenschein, angenehmen
Temperaturen und einer schönen Mahlzeit auf saftig grünem Rasen.
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Freitag, 9. August 1996
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- Akureyri - Godafoss -
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| Etappendaten: |
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Km
|
52,3
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Fahrzeit (Std)
|
2:59
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
17,4
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Maximalgeschwindigkeit
|
62,2
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Am heutigen Freitag geht's bei herrlichem Sonnenschein zunächst
in die Stadt. Wir wollen ja noch sehen, zu welchen Kleidungsstücken die Wolle
der vielen Schafe, die wir auf unserem bisherigen Weg gesehen
haben, verarbeitet wird und vielleicht das ein oder andere Stück
kaufen. Der nächste Winter kommt bestimmt. Die Wollfabrik ist
die größte auf Island und ihre Produkte sind auch auf dem Festland
bekannt. Wir verbringen viel Zeit in den Verkaufsräumen der Fabrik
bevor wir uns bei der riesigen Auswahl und der Vielzahl an Mustern
für eher ältere Leute für jeweils einen Pullover und Mitbringsel
entscheiden können. Da unsere Transportkapazitäten auf den Rädern
je nach Vorratsbestand zwischen 95% und 110% ausgelastet sind,
ist schnell entschieden, daß die Sachen direkt auf dem Postweg
nach Deutschland müssen.
Nachdem die Stadt erkundet ist, brechen wir gegen 14:30 Uhr in
Richtung Godafoss auf. Zunächst geht es auf die andere Fjordseite,
von welcher sich nach einigen kurzen Anstiegen ein herrlicher
Blick auf den Eyjafjördur selbst und die Stadt eröffnet. An diesen
Tagen liegt ein großes Kreuzfahrtschiff in der Bucht vor Anker,
welches die meisten Häuser der Stadt weit überragt und was dem
interessanten Panorama das I-Tüpfelchen aufsetzt.
Einige Kilometer führt die Straße über mehrere Hügel, bis es schließlich
wir schließlich nach Osten hinauf in die angrenzenden Berge abbiegen.
Dieser Anstieg ist mit rund acht Kilometern und einer nicht unerheblichen
Steigung recht lang und anstrengend. Wir fahren kleinste Gänge
und brauchen einige Zeit bis wir die Paßhöhe erreichen. Der Lohn
der Mühe ist eine rasante Abfahrt ins nächste Tal, das sehr schön
und für isländische Verhältnisse üppig bewaldet ist. Die Wiesen
erscheinen uns hier besonders saftig und grün.
An einem See begegnen wir einer Herde Islandponys (geführt) und
mit leichtem Rückenwind rollen wir in ein weites Tal hinein. Einige
Zeit später beginnen wir an unseren Fahrradcomputern und den Karten
zu zweifeln, wir sehen weder die üblicherweise aufsteigende Gischt
noch hören wir etwas vom Wasserfall der Götter. Wir folgen dem
Schild und nehmen einen Abzweig zum Fluß. Erst als wir kurz vor
der Schlucht sind, erreicht uns das Getöse des fallenden Wassers.
Wenige Fußschritte weiter können wir ihn dann auch sehen, den
Godafoss. Wir sind ein wenig enttäuscht, sein Name hatte Imposanteres
erwarten lassen und doch ist das gesamte Erscheinungsbild von
Fall, Schlucht und Umgebung sehr schön.
Der Zeltplatz liegt in unmittelbarer Nähe zum Wasserfall hinter
einem der drei Häuser der kleinen Ortschaft.
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Samstag, 10. August 1996
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- Godafoss - Myvatn -
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| Etappendaten: |
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Km
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85
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Fahrzeit (Std)
|
-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Gleich zu Beginn dieser Etappe steht uns ein recht steiler Anstieg
auf einem Schotter-Teilstück bevor, der uns aus dem Tal herausführt.
Zwei weitere Täler mit ein bißchen Wald, saftigen Wiesen und einigen
Siedlungen folgen, bis wir den ersten Blick auf das Myvatn-Gebiet
werfen können.
Mein Fahrradcomputer hört plötzlich auf die Geschwindigkeit anzuzeigen
und fällt schließlich ganz aus, so daß sich die Angaben für die
folgenden Etappen lediglich auf die gefahrenen Kilometer beschränken
werden, denn Christoph mißt keine Tagesergebnisse, sondern nur
die Daten zur Gesamtstrecke.
Das Gebiet um den Myvatn erinnert uns an die Gegend bei Thingvellir.
Das Bewußtsein um die geologischen Besonderheiten dieser Insel
tritt wieder besonders hervor. Wir wollen zur Nordostseite des
Sees und radeln daher noch einige Kilometer am See entlang und
passieren noch eine Straßenbaustelle (das nötige Gestein wird
unmittelbar vor Ort gewonnen, die offenen Steinbrüche fördern
sehr poröse und tiefschwarze Lava zu Tage) bevor wir Reykjalid
erreichen.
Anschließend an den obligatorischen Zeltaufbau und das Einkaufen
machen wir uns auf den Weg zu den nahegelegenen Solfataren (es ist dabei zunächst ziemlich ungewohnt, auf dem unbepackten
Rad zu fahren). Die sechs Kilometer entfernten blubbernden und
stinkenden Schlammlöcher zeugen von der geothermalen Energie,
die unter unseren Füßen verborgen ist. Wir unternehmen einen weiteren
Abstecher zum Fuße der nahegelegenen Krafla (letzter Ausbruch
1984), vorbei am größten Geothermalkraftwerk (über 60 heiße Quellen
werden angezapft) der Insel zu einem Kratersee der Krafla. Weiter
geht es, zumindest mit dem Fahrrad oder dem Auto dann nicht mehr.
Warnschilder weisen darauf hin, daß die Erdwärme für die Reifen
zu groß ist (sehr eindrucksvoll).
Auf dem Rückweg eröffnet sich ein traumhafter Blick von dem zu
überquerenden Lavagürtel über das gesamte Myvatn-Gebiet. Wir unternehmen anschließend noch eine Wanderung zur Stóragiá,
die in einer Felsspalte eines der unzähligen Gräben liegt, die
das Terrain durchziehen. Das ca. 40 Grad C. warme Wasser der kleinen
Grotte ist zwar sehr verlockend, wir nehmen jedoch angesichts
der Gefahr von Bakterieninfektionen im stehenden Gewässer Abstand
von einem Bad.
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Sonntag, 11. August 1996
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- Krankheitstag -
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| Etappendaten: |
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Km
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0
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Fahrzeit (Std)
|
-
|
| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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Trotz des vorsichtigen Verzichts auf das Bad bekomme ich in der
Nacht zum Sonntag hohes Fieber. Ich schlafe kaum und schwitze
meine Sachen und den Schlafsack durch. Der Tag beginnt sonnig
und schön, aber das Fieber ist immer noch da, so daß Christoph
sich allein zu den Pseudokratern aufmacht und ich versuche mit
Medikamenten und viel Ruhe die Krankheit in den Griff zu bekommen.
Am Abend geht es dann schon wieder etwas besser und die Zuversicht
morgen die Reise fortsetzen zu können ist wieder da.
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Montag, 12. August 1996
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- Myvatn - Asbyrgi -
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| Etappendaten: |
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Km
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88
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Fahrzeit (Std)
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9:04
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
9,7
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Maximalgeschwindigkeit
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45,5
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An diesem Morgen fühle ich mich noch etwas flau, aber das Fieber
ist weg, und so entschließe ich mich die Etappe in Angriff zu
nehmen. Unser Weg führt zunächst zu Postur, um die Geldbörse aufzufüllen.
Danach geht es über den Lavarücken an den Solfataren vorbei auf
der Ringstraße im Richtung Osten. Nach 18 Kilometern biegen wir
auf die Jeeppiste zum Dettifoss ab, zu dem es dann noch weitere 22 Kilometer sind.
Und diese Kilometer auf der nur für Allradfahrzeuge zu befahrenden
"Straße" sind sehr beschwerlich. Wir "fahren" im Schnitt nur mit
ca. 7 Km/h über übelstes Wellblech und sandige Abschnitte. Um
14:30 Uhr erreichen wir schließlich den Parkplatz am Dettifoss.
Die Schinderei hat sich gelohnt, bereits der Fußweg zum Dettifoss durch das alte Flußbett bereitet auf die gewaltigen Kräfte der
Wassermassen vor. Und das ist es, was diesen Wasserfall kennzeichnet:
ungestüme Fluten und gigantische Kräfte an Stelle von Schönheit
und Eleganz. Der nur rund einen Kilometer flußaufwärts gelegene
Selfoss läßt dagegen das Wasser über eine hufeisenförmig gebogene
Kante nicht ganz so tief hinabstürzen. Anschließend radeln wir
noch zum dritten Fall dieser Gruppe, dem Hafragilsfoss. Der Canyon ist hier vom Wasser bereits so tief geschürft, daß das Hinabsteigen
ohne alpine Ausrüstung nicht möglich ist. Dennoch hat man von
der Kante eine herrliche Aussicht.
Als wir uns wieder auf den Sattel schwingen wollen, stelle ich
fest, daß mein Vorderradgepäckträger erneut gebrochen ist. Wir
überlegen nicht lange, sondern machen wieder das Tragesystem für
einen Rückentransport der Tasche bereit.
Das Wetter verbessert sich im Laufe des Tages immer mehr, die
Sonne kommt zum Vorschein. Dennoch macht uns die sehr fortgeschrittene
Zeit sorgen. Es ist bereits nach 16 Uhr als wir am Dettifoss aufbrechen
und es sind noch mindestens 40 Km bis nach Asbyrgi auf übelster
Piste zu fahren.
Auf dem tendenziell abschüssigen Weg zur Nordküste säumen flachwachsende
Büsche und Sträucher den Weg und die untergehende Sonne leuchtet
die umliegenden Berge aus geringem Winkel an, so daß sie in schönen
Farbspektren "leuchten". Wir versinken mit unseren Gedanken fast
in der wunderschönen Kulisse bis der nächste Defekt uns wieder
zurückholt. Ich fahre etwas vor und bemerke nicht, daß Christoph
plötzlich zurückbleibt. Als ich schließlich wahrnehme, daß er
nicht mehr hinter mir ist, haben wir keinen Sichtkontakt mehr
und ich quäle mich wieder den Berg hinauf, um zu sehen, was passiert
ist.
Es ist der 4. Speichenbruch an Christophs Hinterrad. Ich hätte
nicht lästern sollen, denn wenig später bricht bei mir die Befestigungsschraube
des Lowriders am Ausfallende. Wir tauschen die Schraube aus und
es kann bald weiter gehen, doch das alles hat etwas Zeit gekostet,
die Dämmerung hat schon vor einiger Zeit eingesetzt und wir hasten
ohne Rücksicht auf das Material über das Wellblech, um Asbyrgi
noch vor der Dunkelheit zu erreichen. Zum Glück wird die Piste
auf den letzten Kilometern besser. Wir erreichen dann Asbyrgi
nach neun Stunden und vier Minuten im Sattel sitzend um 21:30
Uhr.
Der Zeltplatz liegt inmitten des Hufeisens, das ehemals vom Fluß und gewaltigen
Wasserfällen ausgewaschen wurde und ist sehr modern und komfortabel
(z. B. Trockenschränke für nasse Sachen).
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Dienstag, 13. August 1996
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- Asbyrgi - Grimsstadir -
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| Etappendaten: |
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Km
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60,8
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Fahrzeit (Std)
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5:28
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
11,1
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Maximalgeschwindigkeit
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29,2
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Als wir nach dem üblichen ausgiebigen Frühstück, dem Packen der
Sachen und dem Abbauen des Zeltes die Taschen an die Räder hängen,
stelle ich mit Schrecken fest, daß auch die rechte Seite meines
Vorderradgepäckträgers gebrochen ist: Shit, wir haben nur ein
Tragesystem dabei und die linke Tasche trage ich ja bereits auf
dem Rücken!!!! So bleibt uns nichts anderes übrig als das Werkzeug
hervorzukramen und eine Reparatur zu versuchen. Nach mehreren
Flüchen auf den Hersteller und einiger Bastelei finden wir eine
Lösung. Eine Strebe der linken Seite dient als Verstärkung des
gebrochenen Rohres auf der rechten Seite.
Um 11:15 Uhr kommen wir dann endlich los, die heutige Etappe läßt
laut Reiseführer keine besseren Straßenverhältnisse erwarten als
gestern. Der Himmel ist bedeckt, aber bislang ist es trocken.
Die ersten 15 Km führt die Piste wieder stark und relativ lange
bergan, es geht vom Küstenstreifen hinauf in die Bergregion. Der
Fahrbahnuntergrund ist zunächst akzeptabel, verschlechtert sich
jedoch mit jedem gefahrenen Kilometer. Auch Christophs Gepäckträger
leidet unter dem Wellblech der Piste und quittiert schließlich
seinen Dienst nach rund 45 Km in Form eines Bruches des linken
Rohrendes. Notdürftig spannen wir die Tasche so ab, daß an ihr
keine Schäden entstehen können nach einigen Beschimpfungen in
Richtung Hersteller geht es weiter.
Der Dettifoss ist von dieser Seite noch imposanter, die gewaltige Kraft der
Wassermassen läßt uns wieder einen ehrfürchtigen Abstand zur Abbruchkante
(Absperrungen sind hier ebenfalls nicht vorhanden) einhalten.
Um 15 Uhr machen wir uns auf die letzten 30 Km in Richtung Grimsstadir,
der Weg scheint kein Ende zu nehmen und das üble Wellblech läßt
auch nicht den Ansatz eines flüssigen und zügigen Fahrens zu.
Ein heftiger Regenschauer erwischt uns noch kurz von Grimsstadir,
doch ein schöner Anblick der Herthubreith und Regenbögen von bisher
nie gesehener spektraler Leuchtkraft sind angenehme Gegenpole
zur Schinderei und Kälte.
Grimsstadir wirkt sehr verlassen und der Zeltplatz besteht lediglich
aus einer kleinen Wiese und dem obligatorischen Toilettenhäuschen
mit Waschbecken. Wir bezahlen beim Tankwart und bauen dann zügig
das Zelt auf, es ist ziemlich kalt geworden doch die Sonne kommt
noch einmal hervor, um uns etwas zu versöhnen. Ich merke, daß
mein Grippeanflug nicht ganz auskuriert ist und fühle mich wieder
schlapp und elend.
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Mittwoch, 14. August 1996
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- Grimsstadir - Höfn -
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| Etappendaten: |
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Km
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-
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Fahrzeit (Std)
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-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Heute wollen wir den Bus bis Höfn an der Südostküste nehmen, um
eine lange Strecke ohne sehenswerte Highlights und mit zeitraubenden
Fjordpassagen zu überbrücken. Angesichts meines gesundheitlichen
Zustands bin ich auch sehr froh darüber, einen Tag bequem im warmen
Bus verbringen zu können.
Pünktlich um 11 Uhr kommt ein großer Bus vorgefahren. Wir müssen
die Fahrräder zum Teil demontieren (Vorderrad raus und den Lenker
quer stellen, damit sie in den Stauraum passen. Der erste Abschnitt
der Fahrt geht bis Egilsstadir (2100 Kr.). Dort heißt es umzusteigen
in einen kleineren Bus, was bedeutet, daß diesmal die Fahrräder
nicht im geschützten Stauraum transportiert werden können, sondern
hinten auf einen Gepäckträger geschnallt werden. Es wird schnell
klar, daß wir nicht die einzigen Radfahrer mit dem Wunsch nach
Bustransfer sind und dies zu einem Engpaß auf dem eigentlich nur
drei Fahrräder fassenden Träger führen wird. Der Busfahrer wirkt
angesichts der Massen, die mit seinem Bus fahren wollen etwas
mürrisch, bemüht sich aber, alle Räder mitzubekommen. Schließlich
sind sechs Räder auf dem Träger neben und übereinander mehr oder weniger befestigt
und es kann in Richtung Fjorde losgehen (3800 Kr.).
Unterwegs treffen wir immer wieder Radfahrer, die angesichts des
schlechten Wetters mitfahren möchten. der Busfahrer hält jedesmal
an (!!), muß ihnen aber klar machen, daß die Kapazität dieses
kleinen Busses wirklich bereits voll ausgelastet ist. Uns tun
die frierenden Radler leid und möchten nicht in ihrer Haut stecken.
Um 20:15 erreichen wir dann schließlich Höfn nach einer interessanten
Fahrt entlang der Ostfjorde. Die Fahrräder haben in diesen paar
Stunden mehr gelitten als auf dem Flug und den üblen Wellblechpisten.
Auf ihnen liegt eine dicke Schicht aus Staub vermengt mit Dieselabgasen
und Wasser (sie sehen aus wie nach 10 Tagen Paris - Dakar), der
Lack ist an einigen Stellen bis aufs Metall durchgescheuert. An
der Tankstelle gegenüber des Zeltplatzes gibt es frei nutzbare
Wasserbürsten, mit deren Hilfe die Räder schnell wieder gereinigt
sind.
In der Nacht schlafen wir sehr unruhig, weil zunehmend Wind aufkommt
und das Zelt somit stark zu wackeln und flattern anfängt.
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Donnerstag, 15. August
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- Höfn -
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| Etappendaten: |
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Km
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-
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Fahrzeit (Std)
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-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Wir sind sehr früh wach, da sich der Wind von gestern zu einem
richtigen Sturm mit heftigem Regen entwickelt hat und sich auf
dem Zeltplatz entsprechende Hektik ausgebreitet hat. Einige Zelte haben den Kräften bereits nicht mehr standhalten können und auch
unser, konstruktiv bedingt, nicht gerade sehr sturmfeste Tunnelzelt
wackelt und flattert beängstigend stark. Wir packen schnell unsere
Sachen zusammen, spannen die Leinen und Schlaufen nochmals nach
und flüchten in den Aufenthaltsraum (dies ist glücklicherweise
einer der wenigen Zeltplätze, die über solche Einrichtungen verfügen).
Beim Frühstück im Trockenen überlegen wir lange hin und her, ob
es ratsamer ist, das Zelt bei diesem Wind abzubauen oder es lieber
stehen zu lassen. Wir entschließen uns, angesichts der Gefahr
beim Abbau das Zelt zu beschädigen, es stehen zulassen. Mit Erfolg,
es übersteht alles ohne Schäden.
Ich mache mich dann auf zur Krankenstation, um etwas gegen die
noch anhaltende Grippe (mittlerweile rebelliert auch mein Magen)
zu tun, es ist jedoch kein Arzt da (sie streiken), so daß ich
in der Apotheke lediglich meinen Medikamentenvorrat erneuere.
Am Nachmittag läßt der Regen nach und wir versuchen unsere Gepäckträger
repariert zu bekommen. In einer Schlosserei am Hafen stoßen wir
schließlich auf hilfsbereite Leute. Filigrane Löt- oder Schweißarbeiten
sind nicht ihre Stärke, aber sie schlagen uns für meinen Träger
eine sehr stabile Blechverstärkung an den Innenseiten vor. Aber
das ist es , was auch wir wollen: Lösungen, die uns auf der restlichen
Tour vor weiteren Defekten dieser Art bewahren, die Träger sind
ja ohnehin bereits kaputt. Meiner sieht nachher aus wie ein Vorkriegsmodell,
wird aber auf jeden Fall alle kommenden Herausforderungen heil
überstehen, Christophs erhält eine Lösung analog zur Ski-Stock-Konstruktion
(die übrigens sehr gut funktioniert) eine Verlängerung des Abspannrohres.
Den Rest des Tages verbringen wir mit Ausruhen (ich hab's sehr
nötig), Essen und Lesen. Das Wetter läßt auch nichts anderes zu.
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Freitag, 16. August 1996
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- Höfn - Fargurholsmyri -
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| Etappendaten: |
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Km
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115,6
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Fahrzeit (Std)
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-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Der Tag beginnt zunächst sehr regnerisch, viele Leute vom Zeltplatz
entschließen sich bereits sehr früh (8:30 Uhr) mit dem Bus zu
fahren. Wir brauchen für das Frühstücken, Packen und Vorbereiten
immer etwas länger, was sich diesmal auszahlt, denn als wir zu
unserer üblichen Zeit (10:15 Uhr) losfahren, klart es richtig
auf (Sonnenkinder!!!) und es wird ein richtig schöner Tag (Sonne
pur ohne Wind: herrlich!!!). Mir geht es auch wieder besser, nur
an den Steigungen merke ich die noch etwas müden Beine.
Gegen 15 Uhr erreichen wir nach einer Fahrt entlang des sehr grünen Küstenstreifens und in ständiger Sichtweite zum Vatnajökull den Jökulsarlón. Die Eisberge in dem Gletschersee sind sehr beeindruckend und
unsere Blicke bleiben auch immer wieder an den faszinierenden
Eismassen des Vatnajökull haften.
Wir machen noch eine Reihe von Photos und nach einer großen Pizza
(!!!) auf der Terrasse der Cafeteria brechen wir um 17:40 Uhr
wieder in Richtung Westen auf. Wir kommen noch einmal sehr nah
an einer Gletscherzunge vorbei, bevor uns erneut ein heftiger
Gegenwind entgegenweht. Die folgenden 20 Km bis Fargurholsmyri
werden daher noch sehr anstrengend. Fargurholsmyri hat keinen
Zeltplatz, so daß wir an der Tankstelle fragen, ob wir neben der
Bergwachtstation campieren dürften. Dies ist kein Problem und
so zelten wir mit unmittelbarem Blick auf den Gletscher in leichter
Schräglage hinter der Tankstelle.
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Samstag, 17. August 1996
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- Fargurholsmyri - Kirkjubaejarklaustur -
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| Etappendaten: |
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Km
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100
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Fahrzeit (Std)
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-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Dieser Tag beginnt mit traumhaften Sonnenschein und die Windrichtung
läßt bereits Gutes erahnen: Rückenwind! Nach 23 Km und ersten
Blicken auf die unendlich erscheinenden Flächen des Skeitharasandur
erreichen wir um 11:45 Uhr den Skaftafell-Nationalpark. Wir lassen
die Räder am Fuße des Berges stehen und wandern die 1,2 Km zum
Svartifoss durch üppigen Wald (!!!) hinauf. Und das hat sich auch wirklich
gelohnt, denn dieser Wasserfall wird zwar nur von einem kleinen
Bach gespeist, fällt aber über wunderschöne Basaltsäulen(-überhänge)
hinab. Auf dem Rückweg kommen wir noch an einigen Torfhäusern
vorbei, bevor wir uns um 14:15 Uhr auf den Weg über den Skeitharasandur
machen.
Die 900 Meter lange Brücke über die Skeithara ist weithin sichtbar und vermittelt bei der
Überquerung ein besonderes Gefühl (schmal, holzbeplankt). Der
Wind bläst zunehmend kräftiger, jedoch glücklicherweise von der
Seite bzw. von schräg hinten. Der Horizont verschwimmt in diese
absolut flachen Ebene, lediglich die angrenzenden Berge und der
Vatnajökull erheben sich in der Ferne. Die Gedanken fließen bei
dieser monotonen Einöde dahin, so ähnlich muß es bei Fahrten durch
"echte" Wüsten sein. Wir werden plötzlich aus unseren Träumereien
gerissen als Christoph den 6. Speichenbruch an seinem Hinterrad feststellt (Asphalt, absolute Ebene). Als
wir anhalten wird uns deutlich das wir wirklich Glück mit der
Windrichtung haben. Er bläst ziemlich stark und 30 Km bei diesem
Gegenwind wären wirklich kein Spaß (Sonnenkinder !!!!).
Schließlich lassen wir die 30 Km Einöde hinter uns und fahren
durch Lavafelder an der Küste entlang in Richtung Westen. Uns
kommt ein Tandem entgegen!! Die Landschaft wird mit jedem gefahrenen
Kilometer wieder grüner, bis wir etwa 20 Km vor Kirkjubaejarklaustur
auf richtig saftige Weiden stoßen. Die Sonne hat uns den ganzen
Tag lang begleitet.
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Sonntag, 18. August 1996
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- Kirkjubaejarklaustur - Eldgja-
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| Etappendaten: |
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Km
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80
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Fahrzeit (Std)
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-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Wieder Sonnenschein, ist das ein herrlicher Morgen. Hatten wir
gestern noch hin und her überlegt, ob wir nach Landmannalaugar
fahren sollen oder nicht, so steht der Entschluß heute endgültig
fest. An die örtliche Tankstelle ist kein richtiger Supermarkt
angeschlossen und die restlichen Geschäft haben geschlossen (Sonntag),
so daß wir lediglich ein paar Kleinigkeiten einkaufen und uns
noch die von den Eismassen geschliffenen Basaltsäulen anschauen,
welchen der Ort seinen Namen verdankt (Kirchenfußboden).
Die folgenden ersten 24 Km unserer heutigen Etappen werden dann
zunächst sehr monoton: Die Ringstraße ist hier mit dem Lineal
gezogen worden und geht ganz leicht bergan. Man kann die Strecke
über zig Kilometer im voraus einsehen und hat das Gefühl überhaupt
nicht voran zu kommen. So sind wir recht froh als wir den Abzweig
erreichen und wieder ins Hochland aufbrechen können, obwohl die
folgenden Kilometer recht hügelig sind.
Es geht auf der recht guten Piste immer wieder über eine Vielzahl
an Hügeln auf und ab. Die Anstiege sind zwar immer recht kurz,
aber z. T. so heftig, daß wir zum ersten mal auf der Tour absteigen
müssen. Doch das Schieben ist kaum einfacher, auf dem Schotter
rutschen wir immer wieder weg und der fehlende Druck auf das Vorderrad
läßt auch dieses seitlich wegrutschen.
Eine Herde Ponys zieht in der Ferne vorüber und reichlich Gras
überzieht die Hügel. Wir kommen schließlich an dem letzten Zeltplatz
wenige Kilometer vor der Eldgja vorbei und fassen den Entschluß
hier nicht zu übernachten, das Wetter ist noch herrlich, ein Generator
lärmt und die morgige Etappe wäre entsprechend kürzer. Wir durchfahren
der größten Spaltenvulkan der Erde, bis die tiefe Skaftá uns den
Weg versperrt. Es ist bereits relativ spät und wir verspüren nicht
die größte Lust uns jetzt noch naß zu machen. Ein entgegenkommender
Radfahrer war enttäuscht von dem, was er drüben gesehen hat und
auch ein Jeep, der uns hätte mitnehmen können, fährt nicht mehr
auf die andere Seite. So geben wir uns mit dem, was wir gesehen
haben zufrieden und erkunden nicht mehr die letzten Winkel dieses
riesigen Vulkans, der seine Lava über 80 Km bis zur Küste hat
fließen lassen.
Wir fahren weiter in Richtung Landmannalaugar und quälen uns dabei
Steigungen mit weit über 20% Neigung hinauf (bei Schotter wirklich
nicht einfach zu fahren). Nach diesen Mühen und einer ersten Furt
schlagen wir unser Zelt inmitten der Einsamkeit auf. Der Platz ist zwar nicht ganz wind- und regensicher, aber
wir können nicht mehr und hoffen auf weiterhin gutes Wetter. Das
letzte Auto kommt um 21:45 Uhr vorbei, danach ist nur noch absolute
Stille.
Wir sind von der langen anstrengenden Etappe richtig ausgehungert
und schlagen beim Abendbrot mächtig zu, bevor wir bemerken, daß
unsere Vorräte bereits stark zur Neige gegangen sind. Wir hatten
uns zum einen nicht so die Gedanken darüber gemacht, daß es ja
wieder ins Hochland geht, zum anderen nicht den Sonntag in Kirkjubaejarklaustur
beachtet (in den anderen Orten hatten die Geschäfte auch Sonntags
geöffnet). Wir sichten noch einmal alles und kommen zu dem Schluß,
daß es gerade reichen müßte, im Notfall wäre halt Müsli mit Wasser
zu essen.
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Montag, 19. August 1996
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- Eldgja - Landmannalaugar -
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| Etappendaten: |
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Km
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28
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Fahrzeit (Std)
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-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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Unsere Hoffnungen sind erfüllt worden, wir hatten eine absolut
ruhige Nacht und auch dieser Tag beginnt wieder mit Sonnenschein.
Und so freuen wir uns schon auf die vielen Flüsse, die wir heute
zu durchqueren haben. Bei diesem Wetter wird es fast Spaß machen,
durch das eisige Wasser zu waten. Die erste Menschenseele, die
wir zu Gesicht bekommen ist um 9:30 ein Radfahrer!
Aufgrund der letzten trockenen Tage sind die Furten im allgemeinen
nicht sehr tief. Die Flüsse führen nicht sehr viel Wasser, so
daß wir nach anfänglicher Vorsicht bald dazu übergehen die meisten
Furten zu durchfahren und nur noch bei den wirklich tiefen abzusteigen.
Lange Umkleideaktionen entfallen dabei, da wir bei diesem schönen
Wetter in kurzen Hosen und Trekking-Sandalen fahren können.
Die Landschaft wird zunehmend skurriler, sehr hügelig, fast bergig
mit verschiedenfarbigen Untergründen (Gras ist nur noch spärlich
vorhanden) sowie sehr vielen Flußläufen in den Tälern.
Etwa zehn Kilometer vor Landmannalaugar bemerke ich bei mir den
ersten (und letzten) Speichenbruch, der schnell repariert ist.
Schließlich kommen wir noch recht früh in Landmannalaugar an.
Der Zeltplatz ist jedoch bereits mit Zelten überseht und bietet
einen starken Kontrast zu unserem letzten Übernachtungsplatz.
Zum ersten Mal haben wir Schwierigkeiten die Heringe in den Boden
zu bekommen, er ist sehr hart. Nach einem kleinen Imbiß brechen
wir zu Fuß auf, um einen nahegelegenen Berg zu besteigen.
Von dort oben hat man dann eine traumhafte Aussicht über des gesamte
Gebiet, das einen irgendwie immer an Bilder vom Mars erinnert.
Es ist einfach phantastisch, welche verschiedenen Farben die Untergründe
der Berge annehmen. Wir können uns kaum satt sehen zumal wir eine
grandiose Fernsicht bis zu weit entfernten Gletschern, Bergen und Tälern haben. Es ergibt sich ein richtiger Überblick über weite Teile
des Landes. Auf dem Rückweg geht es noch an Stellen dampfender
Erde vorbei und durch ein zerklüftetes Lavafeld.
Anschließend lassen wir uns ein warmes Bad im Pfuhl direkt neben dem Zeltplatz natürlich nicht entgehen. Es ist immer
wieder herrlich bei kühlen Außentemperaturen ins heiße klare Wasser
zu steigen, obwohl uns dieser Pfuhl etwas enttäuscht: Er ist sehr
flach, hat einige Algen und eine Menge Leute baden in ihm (ok,
wir ja auch). Dies war wieder ein herrlicher Tag, an dem wir sehr
viel erlebt und gesehen haben.
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Dienstag, 20. August 1996
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- Landmannalaugar - Meintunga -
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| Etappendaten: |
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Km
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100
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Fahrzeit (Std)
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-
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
-
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Maximalgeschwindigkeit
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-
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Dieser Tag beginnt kalt und regnerisch, es nieselt leicht als
wir zu unserer üblichen Zeit (10:15 Uhr) aufbrechen. Bereits nach
einem Kilometer wird die Fahrt durch einen Speichenbruch an Christophs
Hinterrad unterbrochen (es ist der Siebte).
Danach geht es auf sehr sandigem Untergrund (Christoph sinkt mit seinen etwas schmaleren Reifen richtig tief
ein) durch die immer noch sehr vulkanische und hügelige Landschaft.
Tendenziell geht es diesmal jedoch bergab, so daß wir einigermaßen
gut vorankommen. Auch das Wetter ist uns wieder wohlgesonnen,
es wird besser und wärmer. Wir queren noch einige Flüsse und radeln
einige Kilometer bevor die Hekla in unser Blickfeld kommt. Mit ihrem schneebedecktem Gipfel wirkt
sie friedlich und ruhig. Und doch wissen wir um die zerstörerischen
Kräfte, die sie entfalten kann. Es ist deutlich zu erkennen, wie
die gesamte Gegend durch ihre zahlreichen Ausbrüche geprägt worden
ist.
Als wir um eine Biegung fahren treffen wir plötzlich auf eine
entgegenkommende Reitergruppe. Die quietschende Bremse an Christophs
Rad erschreckt einige der Pferde sehr, sie drohen durchzugehen
und die Reiter haben Mühe sie im Zaum zu halten (wie peinlich).
Schließlich treffen wir auf die Sprengissandur und folgen dieser
Route Richtung Süden. Rund 20 Km nach diesem Abzweig erreichen
wir in Staubfahnen von LKWs eingehüllt ein kleines Museum mit
einer recht interessanten Ausstellung zur Geschichte der Hekla
und ihren spektakulären und katastrophalen Ausbrüchen.
Das Essen hat zwar gereicht, dennoch sind wir froh als wir das
erste Gehöft mit Tankstelle und Minimarkt erreichen. Angesicht
der geringen Auswahl und den hohen Preisen kaufen wir nur wenig
und fahren noch bis zur Ringstraße. Kurz bevor wir diese erreichen:
8. Speichenbruch bei Christoph! An der Kreuzung mit der Ringstraße
gibt es dann einen richtigen Supermarkt in dem wir zunächst "groß"
einkaufen.
Meintunga liegt noch etwa einen Kilometer auf der gegenüberliegenden
Seite der Ringstraße. Es ist ein Bauernnest ohne Zeltplatz, so
daß wir anfangen, die Einwohner zu fragen, ob wir auf ihren Wiesen
übernachten können. Im zweiten Haus treffen wir auf eine nette,
englischsprechende Frau, die zwar selbst keine Wiese anbieten
kann, aber uns einen wunderschönen Platz neben dem Haus der Nachbarin
vermittelt (die Isländer sind einfach super nett und gastfreundlich).
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Mittwoch, 21. August 1996
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- Meintunga - Reykjavik -
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| Etappendaten: |
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Km
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115,6
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Fahrzeit (Std)
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
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Maximalgeschwindigkeit
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Wieder ein Morgen, an dem die Sonne scheint und wir haben auf
unserem "privaten" Zeltplatz prächtig geschlafen (das Gras war
nicht gemäht und hat für einen himmlisch weichen Untergrund gesorgt).
Wir folgen der Ringstraße in Richtung Westen und radeln auf Asphalt
und bei leichten Seitenwind (später Rückenwind) gen Selfoss, eine
Provinzstadt im Südwesten der Insel. Wir verzeichnen unterwegs
den 9. Speichenbruch an Christophs Hinterrad und die Nähe der
Hauptstadt spüren wir mit jedem gefahrenen Kilometer durch den
entsprechend anwachsenden Verkehr. Zwischen Selfoss und Reykjavik
ist schließlich noch eine Steigung, die zwar nicht extrem groß,
aber recht lang ist, zu überwinden, bevor es hinab in die Großstadt
geht. Spätestens hier fängt der Verkehr an, uns zu nerven. Die
LKWs fahren sehr dicht an uns vorüber, so daß die Räder durch
den Sog unweigerlich in gefährliche Schlingerbewegungen geraten.
Wir nutzen den Rückenwind und versuchen, diesen Streckenabschnitt
so schnell wie möglich hinter uns zu bringen.
Nach schnellen 90 Km erreichen wir den Zeltplatz am Sportzentrum
bereits um 14:30 Uhr und unternehmen daher nach einer kurzen Siesta
einen ersten Gang in die Stadt.
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Donnerstag, 22. August - Samstag, 24 August 1996
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- Reykjavik -
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| Etappendaten: |
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Km
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Fahrzeit (Std)
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
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Maximalgeschwindigkeit
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Nun machen wir noch ein bißchen Sightseeing, erledigen die letzten
Einkäufe (Landkarten und Mitbringsel) und gehen zur Perlan, dem
riesigen Warmwasseraufbereitungszentrum hinauf.
Das Wetter bleibt weiterhin herrlich, so daß die Stadt und ihre
Einwohner ein fast südländisches Flair entwickeln. Wir besuchen
das Rathaus und gehen ins Nationalmuseum. Wir schlendern durch
die Geschäfte und die Kringlan (eine kleine Shoppingmall). Schließlich
fahren wir noch zu einem geothermal beheizten Spaßbad in einen
Vorort hinauf. Es ist sehr modern, gepflegt und man direkt vom
heißen Wirlpool einen tollen Blick über die Stadt: einfach Klasse!
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Sonntag, 25. August 1996
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- Reykjavik - Keflavik -
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| Etappendaten: |
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Km
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48,8
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Fahrzeit (Std)
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| Durchschnittsgeschwindigkeit |
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Maximalgeschwindigkeit
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Die letzte Etappe unserer anstrengenden aber wunderschönen Reise
unternehmen wir wiederum bei traumhaften Sonnenschein und sind
bereits mittags am Ziel. Wir fragen am Flughafen nach, ob unsere
Kartons noch dort sind, was leider nicht der Fall ist. Den Rest
des Tages aalen wir uns faul in der Sonne. Eine wirklich spannende
und erlebnisreiche Reise geht zu Ende. Am Abflugtag ist das Wetter
richtig mies. Bereits wenige Meter vom Boden Abgehoben sind wir
in dichte Wolken eingehüllt.
Zum Schluß noch eine wichtige Anmerkung: Wir hatten auf der rund 1400 Km langen Tour zwar Probleme mit
der Lowridern und einige Speichenbrüche, aber !!! Lob an Conti und Panaracer.
Packlisten:
Beachte: Dies sind persönliche Packlisten von Christoph und Marcus.
Da wir weder essentielle Dinge vermißt hatten, noch das Gefühl
hatten Krimskrams über die Berge zu befördern, kann diese Liste
für die eigene Reisevorbereitung jedoch gute Dienste Leisten.
Packliste Christoph:
Fahrrad, komplett etwa 14 kg
am Rad: Luftpumpe, Kunststoff-Trinkflasche
während des Fahrens am Körper:
Radschuhe, 1 kurze Radhose, 1 Trikot, North-Face Jacke, Helm,
Armbanduhr
Ortlieb vorne links: etwa 3,7 kg
Flies-Jogginghose, 1 kurze Shorts (grün-weiß), 2 T-Shirts, 2 Unterhosen,1
Jeans, langärmeliges T-Shirt (schwarz mit Rolli), Fleece-Pulli,
Fährmann-Gürtel, 2 Paar Trekkingsocken, dünne Radsocken, kleines
Handtuch, Ortlieb-Tragesystem
Ortlieb vorne rechts: etwa 4,5 kg
1 Knickers, lange Löfflerhose, 1 Trikot, Armlinge, Funktionsunterhemd,
Handschuhe, Mütze, 1 Badehose, Viskose Körperhandtuch, Viskose
Gesichthandtuch
Wolfskin Handtasche: Reisepaß, Führerschein, Perso, Jugendherbergsausweis,
internationaler Studi-Ausweis, Postsparbuch mit Karte, kleines
Radio
Salewa Tasche: Karte, Island per Rad, Sprachführer, Schreibutensilien
(Stifte, Block), Adressenliste
Isomatte (therm a rest), Objektiv 70mm-210mm, 4 Filme in röntgensicherer
Box
Karrimor hinten links mit Spanngurt befestigt: etwa 7 kg
Außen- und Innenzelt in Tatonka Sack, Häringe
Ersatzteilebox (mit Packgurt, 75 cm):
Schlauchschellen, Kabelbinder, Schrauben und Muttern, Fett in
Tube, kleine Spritze, Bowdenzüge, Klemmnippel, Zeltgestänge-Reparaturhülse,
Bremsgummis, Rip-Stop-Reparaturstoff (Zelt, Jacken), Dakron, Kettenglieder,
Kette, Packtaschenhaken und -spanngurt, Zelt-Reparaturset, Zahnkranzabzieher,
Nippelspanner, Nadel und Faden, Klebeband, Pumpengummi
Werkzeuge: Topeak Power 16 mit Steuersatz-Kit, Schraubenzieher,
Inbusschlüsselsatz 2,3,4,5,6 , Maulschlüssel 6,7,8,9,10,11,17,19,
Konterschlüssel 13,14,15,16 , Kurbelabzieher
kl. Tasche: 5 Schläuche, Flickzeug (selbstklebend und konventionell),
Ortlieb-Erste Hilfe Set, 2 Reifenheber
Karrimor hinten rechts mit Spanngurt befestigt: etwa 7,5 kg
Joggingschuhe, Teva-Latschen
Fressbox: Spaghetti, 100 Teefilter mit Klammer, Tütensuppen, Getränketabletten,
Taschenmesser, Besteck, Gewürzdose, Wäscheleine, Wäscheklammern
Kulturtasche: Crèmes (Sonnenschutz), Sunblocker für die Nase,
Vaseline für die Lippen, Zahnbürste, Zahnpasta-Konzentrat, Waschmittel,
Rasierzeug, Kernseife, Klopapier, Sitzcrème, Nagelschere
blaue Sigg-Flasche, Wassersack, Hot-Stuff, Thermobecher, Butterdose
kl. Tasche: Berghaus Gore Tex Socken, Regenhose, Überschuhe, Sonnenbrille,
Wasserpumpenzange, Ketteneisen, Speichen DD 2-1,8 mm (20x264/3x266)
mit Nippeln, Lappen, Kettenöl, Schloß
Ortlieb Packsack hinten: etwa 4,0 kg
Schlafsack (Durchmesser 17 cm), 2. Isomatte, Canon A-1 mit 28mm
und Film, Filter
Gepäckträger:
Zelt-Unterlage, Gestänge, Conti Competition Pro
Packliste Marcus: