Special Olympische Spelen

 

 

"Meine Beine haben sich angefühlt, als würden sie platzen"

 

Salt Lake City - Das erste Gold für Deutschland! Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein sorgte für den Motivationsschub für die deutsche Olympia-Mannschaft.

In einem dramatischen Wettkampf lief die Berlinerin das Rennen ihres Lebens. Mit dem ersten Saisonsieg über die 3000 Meter pulverisierte Pechstein ihren eigenen Weltrekord und entschied das teaminterne Duell gegen Rivalin Anni Friesinger deutlich für sich.

"In der letzten Runde haben sich meine Beine dann auch angefühlt, als würden sie platzen", erklärte die überglückliche Olympiasiegerin im Interview.

Frage: In dieser Saison haben Sie noch kein Weltcup-Rennen über 3000 Meter gewonnen. Kam der Sieg für Sie überraschend?

Pechstein: Ich habe ja immer gesagt, dass in der Olympia-Saison vor allem die Spiele zählen. Natürlich hätte ich gerne einen Weltcup gewonnen. Aber so bin ich natürlich um so glücklicher.

Frage: Ihre große Konkurrentin Anni Friesinger musste vorlegen. Mit 3:59,39 Minuten lief sie zwar eine neue persönliche Bestzeit, blieb aber über Ihrem alten Weltrekord. Was ging Ihnen nach dem Lauf von Anni durch den Kopf?

Pechstein: Insgeheim hatte ich mich gefreut, dass mein Weltrekord auch nach ihrem Rennen noch Bestand hatte. Denn selbst wenn Anni gewonnen hätte, hätte ich wenigstens meinen Rekord behalten.

Frage: Waren Sie überrascht, dass Anni ihre Rekordzeit nicht unterbieten konnte?

Pechstein: Ja, eigentlich hatte ich schon damit gerechnet, dass sie Weltrekord laufen würde.

Frage: War es für Sie von Vorteil, dass sie dadurch schon eine Richtzeit hatten.

Pechstein: Das war natürlich ein kleiner Vorteil. Aber wenn man in Topform ist, ist alles machbar. Egal ob man vorlegen muss oder nachlegen kann.

Frage: Mit der Kanadierin Cindy Klassen hatten Sie aber auch ein gute Gegnerin in Ihrem Lauf.

Pechstein: Ich würde sagen, wir waren das Traumpaar. Sie hat ganz schön lange gegengehalten. Das hat mich gewurmt. Ich habe dann gedacht, das kann doch nicht wahr sein.

Frage: Sie sind gelaufen wie ein Schweizer Uhrwerk. Gab es nicht einen Schwächemoment in ihrem Rennen?

Pechstein: Ich bin für meine Verhältnisse relativ schnell angegangen. Und habe gehofft, dass das nicht böse ausgeht. In der letzten Runde haben sich meine Beine dann auch angefühlt, als würden sie platzen.

Frage: Und jetzt wird gefeiert?

Pechstein: Na klar. Jetzt wird gefeiert. Wie, das ist mir scheißegal.

Frage: Im Gegensatz zu Anni sind sie eher zurückhaltend im Umgang mit den Medien.

Pechstein: Dass Anni auch ohne Eisschnelllaufdress - so oft in den Medien präsent ist, tut natürlich unserer Sportart gut. Aber ich war in den letzten Wochen schon auch oft in den Medien vertreten. Zusammen mit Anni. Dann ging es um den sogenannten Zicken-Alarm. Das war schon eine interessante Erfahrung für mich.

Frage: Wie ist denn nun Ihre Beziehung zu Anni?

Pechstein: Ich habe zu Anni eine sportliche Beziehung. Sie akzeptiert meine Leistung und ich die ihre. Außerhalb des Sports gehen wir verschiedene Wege. Ich mache nicht die Fotos, wie Anni sie macht. Und ich werde mich auch nicht ändern.

 

 

     

 

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